Spitzeln der Macht

Januar 21, 2011

Eine britische Anti-Terror-Einheit hat seit Mitte der 90er Jahre mit Undercover-Agenten Ökoaktivisten, Anarchistengruppen und Globalisierungsgegner bespitzelt. Die Enttarnung von mittlerweile vier V-Männern sorgt nun für eine heftige Debatte über den umstrittenen Einsatz, bei dem laut dem britischen Innenstaatssekretär Nick Herbert offenbar einiges „sehr schiefgelaufen“ sein dürfte.

Wie laut britischen Medienberichten mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen hervorgeht, haben sich die Agenten offenbar bestens in die Szene integriert und waren zum Teil maßgeblich an der Planung und Durchführung großer Protestaktionen tätig. „Nicht akzeptabel“ und „grob fahrlässig“ sei es laut John Murphy von der Association of Chief Police Officers (ACPO) zudem, dass die Undercover-Agenten offenbar intensive sexuelle Beziehungen zu ihren Zielpersonen pflegten.

Zielperson geheiratet

Innerhalb der Anti-Globalisierungsorganisation „Reclaim the Street“ war laut „Guardian“ etwa Jom Boyling alias Jim Sutton mehrere Jahre als V-Mann aktiv. Dort soll Boyling unter anderem 1999 in London an der Organisation der Protestkundgebung „Carnival Against Capitalism“ beteiligt gewesen sein, die zu den größten Anti-Kapitalismus-Demonstrationen der letzten 20 Jahre zählt. Boyling habe der Zeitung zufolge zunehmend eine Schlüsselrolle in der Organisation übernommen.
Für Schlagzeilen sorgte aber nicht zuletzt, dass der Polizist nach seinem Einsatz mit einer seiner Zielpersonen verheiratet gewesen war und eine Familie gegründet haben soll. Offen bleibt laut dem Nachrichtenmagazin „Times“ in diesem Zusammenhang, ob Boyling die Beziehung zu seiner mittlerweile geschiedenen Frau nur zum Sammeln von Informationen eingegangen ist.

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EU-Projekt gegen linken Massenprotest

Januar 14, 2011

Ein neues EU-Vorhaben will erforschen, wie linke Aktivisten bei „polizeilichen Großlagen“ in den EU-Mitgliedsstaaten auf Strategien der Verfolgungsbehörden antworten

Die Europäische Union hat sich ein neues Projekt zur Handhabung politischer Proteste zugelegt: „Good practice for dialogue and communication as strategic principles for policing political manifestations in Europe“ (GODIAC) vereint 20 Partner aus 11 Ländern und wird von der schwedischen Polizei geführt. Die erste von 10 Feldstudien wird anlässlich des jüngsten Castor-Transportes im Wendland erstellt.

Bereits mit dem Programm [extern] Coordinating National Research Programmes on Security during Major Events in Europe (EU-SEC), das im Rahmen der Europäischen Sicherheitsforschung angesiedelt ist und in die zweite Stufe verlängert wurde, wollten die Projektpartner aus 22 EU-Mitgliedsstaaten Standards für „polizeiliche Großlagen“ entwickeln. Als sogenannte „Major Events“ gelten etwa Gipfelproteste, aber auch Sportereignisse wie Fußballmeisterschaften oder olympische Spiele.

EU-SEC II läuft 2011 aus und hat unter anderem geholfen, einen [extern] „Leitfaden“ für europäische Polizeien zu entwerfen. Darin wird unter anderem geraten, frühzeitig Daten über erwartete Demonstranten auszutauschen, Reisesperren zu verhängen, möglichst früh gute Beziehungen zur Presse aufzubauen und die Informationshoheit zu behalten. Die Staatsanwaltschaften werden zu einer hohen Zahl von Verurteilungen angehalten.

Der „Leitfaden für die Polizei- und Sicherheitsbehörden zur Zusammenarbeit bei Großveranstaltungen mit internationaler Dimension“ wird vom Europäischen Rat als Empfehlung herausgegeben und widmet sich „großen gesellschaftlichen Veranstaltungen oder politischen Tagungen auf hoher Ebene wie z.B. G8-Gipfeltreffen“. Gefordert wird zudem eine ständig aktualisierte „Beurteilung der Bedrohungslage“, indem etwa „Angaben zu Einzelpersonen oder Gruppen“ übermittelt werden, „die sich voraussichtlich zum Ort der Veranstaltung begeben werden und als potenzielle Bedrohung der öffentlichen Ordnung und/oder Sicherheit gelten“. Im Dokument wird konkretisiert, dass hiermit „bekannte potenzielle Demonstranten“ gemeint sind. Daten über ihre Reisebewegungen sollen demnach nicht nur an das austragende Land gesandt werden, sondern „auch anderen betroffenen Ländern – d.h. Durchreise- bzw. Nachbarländern.

Themenzusammenhang „Globalisierung“

Deutschland betreibt hierzu die politische Datensammlung „International agierende gewaltbereite Störer“ (IgaST), die laut ihrer [extern] Errichtungsanordnung beim Bundeskriminalamt (BKA) geführt wird und die „Datenanlieferung durch die Länder“ vorsieht ([local] „Troublemaker“ im Visier). Als Zweck der Datei wird angegeben, alle im „Themenzusammenhang ‚Globalisierung‘ anfallenden Informationen zu sammeln und auszuwerten“. Gespeichert werden auch „sonstige Meldungen aus dem In- und Ausland“ sowie „andere, durch aktive Informationsbeschaffung gewonnene Informationen“. Mit IgaSt will das BKA „Verflechtungen/Zusammenhängen zwischen Personen, Personengruppierungen, Institutionen, Objekten und Sachen“ erreichen, was eine automatisierte Auswertung mittels Data Mining-Technologie nahelegt.
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Tunesien: Tödliche Schüsse auf Demonstranten

Januar 10, 2011

„Mindestens 23 Tote“ bei Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten in mehreren Städten; die Regierung geht mit drastischen Maßnahmen gegen soziale Unruhen vor.

Der Konflikt in Tunesien zwischen Regierung und Demonstranten (siehe Ben Ali, die Studenten, die Mafia und Anonymous) hat sich drastisch verschärft: Von mindestens 23 Toten unter den Demonstranten am vergangenen Wochenende berichtet Le Monde. Sie sind nach Recherchen der französischen Zeitung durch Polizeikugeln getötet worden. Während die Zeitung, die nach eigenen Angaben die Identität der Toten kennt, andeutet, dass noch mehr Menschen Opfer der brutalen Reaktion des Sicherheitsapparates sein könnten, hat die tunesische Regierung am Sonntagabend offiziell 14 Tote zugegeben.

Die Auseinandersetzungen, die am 17. Dezember damit begonnen hatten, dass sich ein junger Mann aus Protest gegen die soziale Misere, die Repression und die Schwierigkeiten, in Tunesien Arbeit zu finden, angezündet hat, haben sich seither aufgeschaukelt. Die Regierung reagierte äußerst hart auf die Unruhen, die von Sidi Bouzid aus auf andere Orte übersprangen. Den Sicherheitskräften gelang es nicht, die Demonstrationen zu stoppen. Zu den tödlichen Schüssen kam es bei Demonstrationen am vergangenen Wochenende in Thala, Kessarine und Regueb. Angeblich wurde in die Menge der Protestierenden geschossen.

Der Konflikt ist auch ein Informationskrieg, bei dem die Regierung sehr darauf erpicht ist, die Protestierenden als extremistische Gewalttäter aussehen zu lassen. Dabei versucht sie, ihre eigenen Mittel im Kampf gegen die Unruhen zu vertuschen. Eine Reihe von politisch Engagierten und namhaften Bloggern wurde „aus unbekannten Gründen“ vergangene Woche verhaftet, darunter auch Mitglieder der tunesischen Piratenpartei, Blogs wurden geschlossen, Facebook- und G-Mail-Accounts „übernommen“ – das Land ist seit einigen Jahren geübt in Internetzensur.
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Rom – Straßenschlachten nach Berlusconi-Sieg

Dezember 15, 2010

Nachdem Italiens Ministerpräsident Berlusconi den Misstrauensantrag abschmettern konnte, ist es in Rom zu gewalttätigen Protesten gekommen. Tausende Demonstranten verwüsteten bei Straßenschlachten Teile des historischen Zentrums.
In Rom fanden gestern vier verschiedene Demonstrationen statt, die sich endlich in einem einzigen Block vor den Machtgebäuden versammelten. Auf der Straße gingen 100.000 StudentInnen, SchülerInnen, MetallarbeiterInnen, MigrantInnen, die nach dem Erdbeben in L’Aquila entstandene Bewegung, die GegnerInnen des Mülldepone in Terzigno und viele Centri Sociali aus ganz Italien. Die Polizei schlug Menschen am Boden und infiltrierte gewaltsame Provocateure in der Demonstration. Ein angegriffener Finanzpolizist nahm die Pistole in der Hand.

Die Demonstranten zertrümmerten in Rom Schaufenster und bewarfen Polizisten mit Feuerwerkskörpern, Eiern und Farbbeuteln. Die Polizei versuchte zunächst, das Gebiet um das Parlament abzuriegeln, und setzte später Tränengas ein. Demonstranten zündeten drei selbstgebaute Sprengsätze in einer Gasse in der Nähe des Parlaments. Wie italienische Medien berichteten, setzten die Randalierer zudem ein Fahrzeug der Stadtreinigung und ein Auto der Finanzpolizei in Brand. Mindestens 40 Menschen wurden verletzt.

In einigen Straßen lagen am Abend dichte Tränengas-Wolken, und zahlreiche Ladeninhaber schlossen vorzeitig ihre Geschäfte. Die Via del Corso in der Altstadt war mit Pflastersteinen und umgeworfenen Stühlen aus umliegenden Cafés übersät. Auf der Piazza del Popolo bemühten sich Feuerwehrleute, mehrere brennende Autos zu löschen.

Proteste im ganzen Land

Das Parlamentsgelände im Zentrum der italienischen Hauptstadt war schon am Morgen von der Polizei abgeriegelt worden. Mehrere Kundgebungen und eine Menschenkette waren angekündigt worden, um gegen die Politik der Regierung Berlusconi zu demonstrieren und den Sturz des Regierungschefs zu fordern. Über 1500 Polizisten wurden aufgeboten, um Übergriffe zu verhindern. Vor allem Schüler und Studenten versammelten sich zu den Protesten.

In Palermo blockierten Studenten laut Medienberichten aus Protest gegen Berlusconi den Bahnhof und den Flughafen. In Turin gingen in der Innenstadt Tausende Demonstranten auf die Straße. Auch in Genua, Turin und Bari kam es zu Protestaktionen, wie „La Repubblica“ berichtete.

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Italiens Studierende rebellieren

November 26, 2010

Landesweite Protesten gegen die Bildungsreform: Besetzte Unis, Blockaden auf Gleise und Strassen, Besetzung von Pisa Turm, Kolosseum in Rom, San Marco Kirche in Venedig und zahlreiche Rektorate
Ein Artikel aus Indymedia:

Vor zwei Jahren begannen europas Krisenproteste unter dem italienischen Slogan: „Noi non paghiamo la vostra crisi“- Wir zahlen nicht für eure Krise, als Proteste welche sich an der Bildungsreform der Ministerin Gelmini überall in Italien entzündeten. Die Bewegung versucht sich wieder neu zu formieren und gegen die ersten Umsetzungversuche der Gelminireform italienweit Dampf zu machen.
:ein text des uniriot netzwerk:

Assault to the future! students rebellion against austerity

Today has been another day of students‘ struggle all over Italy and the education reform has been blocked another time! The government decided not to vote because of the clime of revolt in the country, so that LaSapienza university decided not to open the academy year.
After days of mobilizations this student movement seems to be the first movement against the crisis: rage, intense struggle and strong indignation are constantly shake this country during since last two years.

It would be impossible to summarize the recent hundreds of actions, parade, flash mob and occupations that are taking place everywhere, so we just write some notes to report what has happened today, focusing on some elements who are emerging from the last struggles in Europe. In fact, Italy is not an isolated case, quite the contrary in UK and France in the last months, we see rivers of young students taking to the streets and claiming the future. It is an assault to the future!

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Uniriot



Castor-Transport 2010 – Polizeigewalt

November 8, 2010

Auf seiner Fahrt ist der 12. Castortransport mit 11 Behältern ins Zwischenlager Gorleben mehrmals erfolgreich gestoppt worden. Durch Blockaden u.a. in Caen (Fr) und in Berg (Pfalz) musste der Zug über Kehl umgeleitet werden. Bis zu 5000 blockierten am Sonntag zwei Kilometer Gleis. Ferner konnten am selben Tag mindestens 500 Meter Gleis „geschottert“ werden. Am Sonntag Abend war der Zug schließlich mindestens 12 Stunden verspätet und erreichte den Bahnhof in Dahlenburg um 20.30h. Zu der Großdemonstration am Samstag in Danneberg kamen 50.000 Menschen – mehr als erwartet! Leider fällt hingegen das Resümee zur Polizeigewlt schlecht aus.
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Wagenplatz Treibstoff geräumt! Solidarität mit den BewonerInnen!

Oktober 24, 2010

Am 21.10.2010 um 9.00 Uhr drang die Polizei in das Grundstück auf der Baumgasse ein. Per Lautsprecherdurchsage wurde den BewohnerInnen mitgeteilt, dass sie sich illegal auf dem Gelände aufhalten, die Eigentümerin PORR Strafantrag gestellt hat und daher das Gelände unverzüglich zu räumen ist. Nach Personalienaufnahme aller Anwesenden hat sich die Gruppe darauf geeinigt diesmal nicht wieder weg zu fahren. Es gibt für uns keine andere Lösung als diesmal auf den eskalativen Kurs der Stadt einzugehen. Wir haben zig Mal versucht der Konfrontation aus dem Weg zu gehen. Wir haben mehr als 8 Grundstücke aufgezeigt auf denen eine Zwischennutzung möglich wäre. Alle diese Gelände stehen noch immer leer. Wir haben keine andere Wahl. Wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Aus diesem Grund haben wir beschlossen heute nicht mehr zu fahren. Was mit den Wagen nun passiert ist noch ungewiss. Laut Aussage der Polizei ist dies Sache der Firma Porr und des Abschleppunternehmens Tomann. Laut Tomann ist dies Sache der Polizei.

Mit dem heutigen Tag sind über 15 Personen obdach- und heimatlos geworden. Es werden horrende Kosten für die Abschleppung auf uns zukommen.

Treibstoff brennt!

Pressekonferenz der Wagentruppe Treibstoff vorm Rathaus

Nach der gestrigen Räumung unseres Wagenplatzes sowie der Abschleppung und Ingewahrsamnahme unserer Fahrzeuge haben wir heute um 11.30 vor dem Rathaus in Wien eine Pressekonferenz abgehalten. Danach wurde versucht mit einem trojanischen Laster getarnt als Blumenlieferant in den Innenhof des Rathauses zu gelangen wo Bürgermeister Häupl (SPÖ) in Koalitionsverhandlungen mit den Grünen tätig war.

Leider wurde der Trojaner enttarnt und es kam noch zu einer Spontankundgebung auf dem Rathausplatz sowie einer Fahrt durch die Mariahilferstraße mit Lautsprecherdurchsagen zu den aktuellen Ereignissen.

Währenddessen war ein anderer Teil der Gruppe auf dem Gelände des Abschleppunternehmens Toman um sich nach den Wägen zu erkundigen. Es wurde der Gruppe erst heute vormittag mitgeteilt wo sich die Fahrzeuge befinden. Bei der Firma Toman war man allerdings nur zu der Aussage bereit, dass die Fahrzeuge unter Verschluss gehalten werden und erst am Montag zu den Bürozeiten gegen Vorlage von Fahrzeugschein bzw. Beistzernachweis ausgelöst werden können. Voraussetzung dafür ist die komplette Bezahlung der Abschleppkosten, die sich laut Toman auf circa 400-650€ pro Fahrzeug beläuft. Zusätzlich kommt eine Verwahrungsgebühr von ca. 30 € pro Laster und Tag. Nachdem wir am Vormittag von einem Preis von ca. 6000 euro ausgegangen sind müssen wir nun nach Rücksprache mit Toman vor Ort im schlimmsten Falle für alle abgeschleppten Fahrzeuge eine Summe von circa. 10 000 Euro zahlen.
Aus den Büros der Verantwortlichen Politiker der Stadt war weiterhin kein Ton zu hören.
Wir fordern :
– sofortige Aufnahme von Gesprächen mit Verantwortlichen in der Stadt Wien
– Verhandlungen über Zwischennutzung auf Plätzen innerhalb der Stadt Wien
– Sofortiges Ende der Repression gegen WagenbewohnerInnen in Wien
Wir möchten uns nicht mit Polizei oder Behörden herumplagen müssen, sondern mit den wirklich Verantwortlichen über Lösungen sprechen. Wir möchten diese Stadt verändern und weiter entwickeln und uns nicht mit einem vorgegeben passiven und geregelten Leben abfinden.

Wir werden Wien verändern!
Wir werden hier selbst verwaltetes Wagenleben ermöglichen!
Mit oder ohne Genehmigung!
Mit oder ohne Dialog!
Wir sind zu allem bereit!
Für 1, 2, 3, viele Wagenplätze in Wien und überall!


Wagentruppe Treibstoff


Das Schlachten beenden! Buchpräsentation

Oktober 13, 2010

Montag, den 18.10.2010 ab 20 Uhr
Essen ab 18 Uhr
Café DeCentral, Hallerstraße 1, 6020 Innsbruck
www.decentral.blogsport.de

Das Schlachten beenden!
Zur Kritik der Gewalt an Tieren. Anarchistische, pazifistische, feministische und linkssozialistische Traditionen

Waren die modernen Schlachthäuser von Chicago bis Tula/Russland, die im ausgehenden 19. Jahrhundert die Epoche der industriellen Schlachtung und Massentierhaltung einläuteten, wirklich eine „humanere Form des Tötens“, wie es damals propagiert wurde? Gibt es überhaupt moderne, „humane“ Formen des Tötens? Leo Tolstoi hat einen dieser modernen Schlachthöfe besucht und war geschockt.Magnus Schwantje hat dann mitten im Ersten Weltkrieg Analysen zum Zusammenhang von Tiermord und Menschenmord veröffentlicht.Für den Anarchisten Elisée Reclus gehörte zu einer anarchistischen Moral die vegetarische Lebensweise.Die Feministin, Juristin und gewaltfreie Anarchistin Clara Wichmann stellte eine Rechtstradition infrage, die Tiere mit Sachen gleichstellte. „Sozialismus heißt ausbeutungsfreie Gesellschaft“, propagierte in den zwanziger Jahren der „Internationale Sozialistische Kampfbund“ (ISK) und meinte damit, dass auch Tiere frei von Ausbeutung leben sollten.
Die heutigen Kontroversen um Veganismus, Tierrechts-Bewegungen, Kampagnen gegen Massentierhaltung und Tierversuche haben eine Geschichte, die zum Teil mit anarchistischen, pazifistischen, sozialistischen und feministischen Argumentationen verknüpft war. Das Buch geht diesen historischen Spuren nach.

Mehr Infos auf graswurzel.net


Revolte in Flüchtlingslager am Flughafen von Cagliari

Oktober 12, 2010

Gestern fand wieder eine Revolte in einem Flüchtlingslager statt. 2010 hat die Anzahl an Ausseinandersetzungen, Gefängnisausbrüche, Hungerstreiks und Brandstiftungen heftig zugenommen. In Brindisi, Cagliari, Mailand, Gorizia, Turin und Lamezia Terme demonstrierten die MigrantInnen gegen den im August 2009 erlassenen Sicherheitspacket, der die Haft in den MigrantInnenlagern von 2 auf 6 Monate verlängert hat. Es gab schon mehrere Anzeigen seitens der „Ärzten ohne Grenzen, um die mangelnde sanitäre Infrastruktur zu denunzieren. In Italien gibt es zur Zeit 29 Flüchtlingslager, die insgesamt für 7.653 MigrantInnen Platz haben. 13 von denen (1929 Plätze) sind Abschiebegefängnisse (CIE) und werden strenger kontrolliert und bewacht.

Solidarität mit den MigrantInnen! Gegen Knäste, Rassismus und Repression! Für eine Welt ohne Barrieren und Grenzen!

Aus stol.it über die Revolte von gestern:

Eine Flüchtlingsrevolte ist am Montag in Cagliari ausgebrochen.

Nordafrikanische Flüchtlinge, die sich im Auffanglager von Cagliari in einem Militärgelände unweit des Flughafens befanden, setzten Matratzen und Decken in Brand und belagerten das Gebäude, in dem Dutzende von Migranten untergebracht sind.

Circa 20 Migranten flüchteten vom Lager auf die Piste des Flughafens, der für den Flugverkehr gesperrt werden musste.

Mehrere Flüge mussten nach Alghero im nördlichen Teil Sardiniens umgeleitet werden.

Die Polizei musste mit Tränengas in das Flüchtlingslager eindringen, in dem 220 Personen untergebracht sind. 40 Migranten wurden festgenommen.

In den letzten elf Tagen war es schon dreimal zu Migrantenrevolten in Cagliari gekommen.

Die Flüchtlinge protestieren gegen Pläne der Behörden, die Migranten von dem überfüllten Flüchtlingslager in andere Einrichtungen zu bringen.

In den vergangenen Wochen hat die Zahl der Flüchtlingslandungen auf Sardinien wieder zugenommen.

Stol

Der Artikel auf „La Repubblica“


Spendenaufruf – Unglaubliches Prozess gegen Grazer HausbesetzerInnen!

Oktober 1, 2010

Prozess gegen Grazer Hausbesetzer_innen geht in die nächste Runde: Klagspartei (BiG) nicht kompromissbereit – Aktivist_innen sollen für Vandalismus der Polizei volle Summe zahlen! Ein leeres Haus wiederzubeleben ist keine Straftat. Dennoch wird 14 HausbesetzerInnen aus Graz jetzt der Prozess gemacht: über das Zivilrecht. 12 000 Euro sollen der Preis für eine friedliche Besetzung sein. Geklagt hat die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) und zwar 14 Hausbesetzer_innen auf die Bezahlung von insgesamt EUR 8.200. Gleich zu Beginn des Prozesses am 30.9.2010 lehnte die BIG sämtliche Vergleichsangebote der Betroffenen ab. Im März 2009 hatten AktivistInnen vom Projekt A-Z eine ehemalige, seit vier Jahren leer stehende Polizeistation besetzt, um darin ein selbstverwaltetes Kulturzentrum zu erreichen. Das Gebäude, das sich im Bundeseigentum befindet und von der BIG verwaltet wird, wurde nach drei Tagen von Polizei und COBRA geräumt. Bei der Räumung richtete die Polizei nach Angaben der BIG Schäden in der Höhe von ca. EUR 7000 an. So zerschlug, zertrat und zersägte (!) die Einsatzeinheit zahlreiche Türen im denkmalgeschützten Gebäude, nachdem sie bereits das Haus geöffnet hatte. Die Aktivist_innen leisteten ausnahmslos nur passiven Widerstand und befanden sich in einer Sitzblockade in einem unversperrten Zimmer. Ein Video belegt, dass die Türen noch eingeschlagen und eingetreten bzw. mit einer Motorsäge zerlegt wurden, während die Polizei bereits die BesetzerInnen hinausbrachte. Auf einem weiteren Video ist zu sehen, wie die Polizei von innen (!) die Haustür aufbricht und auftritt, obwohl diese Tür ganz einfach mittels eines elektrischen Schalters zu öffnen gewesen wäre. Für diese Akte des Vandalismus sollen nun alle Besetzer_innen bezahlen, die in diesem Augenblick gerade im Haus waren. Um einen Prozess zu vermeiden, hatten die Betroffenen bereits im Vorhinein angeboten, jene Schäden zu bezahlen, die die Polizei angerichtet hatte, damit sie sich überhaupt Zugang zum Haus verschaffen konnte. Die BIG reagierte auf dieses Kompromissangebot mit der Klage. Am ersten Prozesstag, dem 30.9.2010, erklärten sich die Geklagten sogar bereit, die Hälfte der verlangten Summe aufzubringen – doch auch dieses Vergleichsangebot schlug die BIG aus. Man wolle alles, hieß es lapidar. Seit zwei Jahren wendet sich das Projekt A-Z mit Gesprächsappellen und Konzepten an die Stadtpolitik, um ein selbstverwaltetes Sozial- und Kulturzentrum zu erreichen. Gewaltfreier politischer Aktivismus soll nun dadurch verunmöglicht werden, dass die Polizei möglichst großen Schaden verursacht und die Aktivist_innen dafür bezahlen müssen. Wir sind daher dringendst auf Spenden angewiesen, da insgesamt (Sachschaden durch Polizei, Prozesskosten, Verteidigungskosten) mit bis zu 12 000 EUR zu rechnen ist!

KTN: 0000 458 71 97

BLZ: 44770 (Volksbank)

Lautend auf: Haussparbuch Danke!

E-Mail: projektaz (at) riseup.net