Archive for 21. Januar 2011

Stellungnahme zum verbotenen Rawside-Konzert in Schwaz

Januar 21, 2011

WEITERE VERBOTE UND REPRESSION FORDERN MEHR WIDERSTAND!!!

Am Samstag 22.01.11 hätte die legendäre Punkband RAWSIDE in dem Schwazer Jugendzentrum Yunit auftreten sollen. Wenige Tage vor dem Auftritt bekamen die Veranstalter_innen des Konzerts eine plötzliche Absage seitens der Stadtregierung, mit der Begründung die Band sei „zu extrem“. Angenommen, dass sich die Band selbst dem anarchistischen Gedankengut zuordnet und radikale Texte vermittelt, kann eine solche unzureichende Begründung vom Schwazer Bürgermeister nicht ausreichen, um ein Punkkonzert zu verbieten.
Wie schon bekannt befindet sich in Schwaz der Kleiderladen Windstärke 10, der die bei Rechtsextremen sehr beliebte Marke Thor Steinar vertreibt. Die Eröffnung dieses Lokals vor einigen Monaten verursachte nur eine kleine Empörung bei einem Teil der Presse und bei verschiedenen politischen Gruppierungen, doch wurde nie von der institutionellen Stadtpolitik versucht, die Eröffnung eines solchen Ladens zu verhindern. Das Geschäft, das mittlerweile als Treffpunkt der rechtsextremen, rassistischen und neonazistischen Szene dient, wurde von den städtischen Institutionen nie als extrem beurteilt. Doch passierte genau das mit einem Konzert, das ein klares Zeichen gegen Faschismus, Rassismus und Intoleranz setzen wollte.
Wir, als autonomes Kollektiv, solidarisieren uns mit den Veranstalter_innen des Konzerts und akzeptieren nicht die gewöhnlich autoritäre Entscheidung der Stadtpolitiker_innen.
Wir stellen uns gegen Verbote und steigende Repression gegenüber politischen kulturschaffenden Menschen und Gruppierungen und werden unsere Plätze immer erkämpfen, gerade in Zeiten in denen rechtsradikale Jugendliche auf türkische Kulturvereine Brandanschläge verüben und Hakenkreuz-Sprayereien das städtische Bild „schmücken“ (Wie gerade eben in Kufstein passiert!).
Wir wollen eine „extreme“ Bereitschaft gegen jegliche Form von Autoritarismus, Faschismus, Sexismus, Rassismus und Hierarchie unterstützen!

Wütend,
die Grauzone

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Spitzeln der Macht

Januar 21, 2011

Eine britische Anti-Terror-Einheit hat seit Mitte der 90er Jahre mit Undercover-Agenten Ökoaktivisten, Anarchistengruppen und Globalisierungsgegner bespitzelt. Die Enttarnung von mittlerweile vier V-Männern sorgt nun für eine heftige Debatte über den umstrittenen Einsatz, bei dem laut dem britischen Innenstaatssekretär Nick Herbert offenbar einiges „sehr schiefgelaufen“ sein dürfte.

Wie laut britischen Medienberichten mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen hervorgeht, haben sich die Agenten offenbar bestens in die Szene integriert und waren zum Teil maßgeblich an der Planung und Durchführung großer Protestaktionen tätig. „Nicht akzeptabel“ und „grob fahrlässig“ sei es laut John Murphy von der Association of Chief Police Officers (ACPO) zudem, dass die Undercover-Agenten offenbar intensive sexuelle Beziehungen zu ihren Zielpersonen pflegten.

Zielperson geheiratet

Innerhalb der Anti-Globalisierungsorganisation „Reclaim the Street“ war laut „Guardian“ etwa Jom Boyling alias Jim Sutton mehrere Jahre als V-Mann aktiv. Dort soll Boyling unter anderem 1999 in London an der Organisation der Protestkundgebung „Carnival Against Capitalism“ beteiligt gewesen sein, die zu den größten Anti-Kapitalismus-Demonstrationen der letzten 20 Jahre zählt. Boyling habe der Zeitung zufolge zunehmend eine Schlüsselrolle in der Organisation übernommen.
Für Schlagzeilen sorgte aber nicht zuletzt, dass der Polizist nach seinem Einsatz mit einer seiner Zielpersonen verheiratet gewesen war und eine Familie gegründet haben soll. Offen bleibt laut dem Nachrichtenmagazin „Times“ in diesem Zusammenhang, ob Boyling die Beziehung zu seiner mittlerweile geschiedenen Frau nur zum Sammeln von Informationen eingegangen ist.

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