Griechenland: Militär als Streikbrecher

August 2, 2010

Eskalation der Klassenauseinandersetzungen in Griechenland: Um den Streik der selbständigen Lastwagenfahrer zu brechen, will die Regierung Militär einsetzen. Nicht alle Linken unterstützen den Streik.

Der Klassenkampf in Griechenland gewinnt wieder an Fahrt. Ein seit sechs Tagen andauernder Streik von 30.000 Last- und Tankwagenfahrern sorgt auf dem Höhepunkt der Urlaubssaison für massive Versorgungsengpässe, besonders bei Kochgas und Benzin. Der Streik trifft besonders die Touristengebiete, auch Lebensmittel sollen knapp werden. Touristen müssen ihre Mietwagen mit leerem Tank auf den Straßen stehen lassen.

Nachdem am Donnerstag die Polizei in Athen und gestern in Tessa Streikende angegriffen hat, 1) versucht die Regierung nun den Streik in die Zange zu nehmen. Zum einen sollen Lastwagenfahrer mittels Zwangsrekrutierung an ihren Arbeitsplatz gepresst werden, zum anderern will die PASOK-Regierung Militär einsetzen.
Die Armee soll mit eigenen Transporten das Benzin von den Raffinerien in die Landeszentren bringen. Dabei sollen Militärtransporte von der Polizei gegen Blockadeversuche der Streikenden geschützt werden.

Kommunisten solidarisch mit dem Streik
Die griechische Linke reagiert bislang unterschiedlich, und besonders die radikale Linke verhalten auf den neuen Anstieg des Klassenkampthermometers. 2)
Hintergrund des Streiks ist nämlich, dass die Lastwagenfahrer ihre Berufszunft mittels einer Lizenz absichern. Nur wer 300.000 Euro Gebühr zahlt, erhält die Lizenz als Lastwagenfahrer.
Im Gegenzug für das EU-Rettungspaket will die griechische Regierung nun die Berufslizenz abschaffen. Das würde für die alteingessesen Transporteure mehr Konkurrenz und fallende Einkommen bedeuten.

Eindeutig hinter den Streik stellen sich die KKE und die kommunistische Gewerkschaft PAME. 3

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