San Juan Copala, Oaxaca: Kriegsgebiet

Juni 17, 2010

Seit dem 28. November 2009 wird das politische Zentrum der „Triqui“ Kultur San Juan Copala durch Schusswaffen der paramilitärischen Gruppierungen der „Unión para el Bienestar Social de la Región Triqui“ (Ubisort) angegriffen. Die Ubisort ermordet und setzt sich im Namen der PRI (Partei der institutionellen Revolution) ein und wird von der Partei finanziell unterstützt. Seit dem Beginn des Konflikts wurden 500 Menschen zwangsumgesiedelt, 30 ermordet und hunderte verletzt.
Die Paramilitärs greifen Tags und Nachts an und erlauben keine Menschen, Nahrungsmittel oder Medikamente von dem Gebiet rein oder raus zu kommen. Sie schnitten die Strom- und Telefonkabeln und zerstörten die Wasserkanäle. Die einzige Schuld der „Triquis“ ist die Ablehnung aller Parteien und Institutionen und den Aufbau autonomer Gebiete nach ihren Sitten und Kultur.

Am 27. April 2010 überfielen im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca von der regierenden konservativen Partei PRI gesponserte Paramilitärs eine Karawane von MenschenrechtsaktivistInnen und ermordeten zwei Personen. Während der mexikanische Staat offiziell im Namen des Anti-Drogenkampfes die Gesellschaft militarisiert, zeigt ein Blick unter die Oberfläche, dass vor allem soziale Bewegungen zunehmend ins Schussfeld der staatlichen Repression geraten. Auf Indymedia mehr Infos über den Angriff auf die Friedenskarawane und über die aktuelle Lage in Oaxaca: Mexiko, Neuer Terror in Oaxaca

Am 20. Mai wurde auch der indigene Anführer der Gemeinde San Juan Copala Timoteo Alejandro Ramírez und seine Ehefrau Cleriberta Castro von Unbekannten ermordet.
Ein Konvoi mit 40 Tonnen Lebensmitteln und medizinischen Hilfsgütern (zweite Friedenskarawane) wurde am Dienstagabend 8. Juni im südmexikanischen Bundesstaat Oaxaca gewaltsam aufgehalten. Die Helfer hatten versucht, in die von Paramilitärs der Organisation UBISORT eingeschlossene Gemeinde San Juan Copala zu gelangen. Mehr Infos über die zweiten Friedenskarawane könnt ihr auf Chiapas.ch und auf Amerika21 lesen.
Wir haben vor ein paar Tage News direkt aus Mexiko bekommen (von Leute die selber an der Friedenskarawane teilgenommen haben) und anscheinend sollte jetzt die Uni in Oaxaca von Paramilitärs besetzt und das ganze Gebiet unter Rote Zone sein. Sobald neue Infos rauskommen werden wir den Artikel sofort aktualisieren. Wer Spanisch versteht, kann solange die Doku „San Juan Copala, zona de guerra“ auf Contralinea anschauen. Dazu eine Chronologie der Repression und des Kampfes in dem Krisengebiet (leider auch nur auf spanisch): Copala, luchemos por nuestro pueblo

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