Das Kapital: Berlins großer Bluff

Mai 20, 2010

Heute ist die FTD-Kolumne besonders lesenswert: Das Verbot von Leerverkäufen bringt überhaupt nichts, sondern soll nur die Herrschenden an der Macht halten. „Schließlich wird etwas verboten, was es hierzulande ohnehin so gut wie gar nicht gibt.“ Aber schon bei der kleinsten Finanzmarkt*regel* können es die Finanzheinis nicht mehr glauben und erschrecken. Ein kleiner Rundumschlag gegen PolitikerInnen, „Zocker“ und ProfessorInnen …

Berlins großer Bluff

Der Schattenkampf der Bundesregierung gegen die sogenannten Spekulanten gipfelt vorerst im absurden Leerverkaufsverbot. Dass es mit solchen Ablenkungsmanövern durchkommt, liegt unter anderem am mangelnden wirtschaftlichen Sachverstand der Wählerschaft.

Jede Wette, dass unter den deutschen Provinzpolitikern in Berlin die ein oder andere stolzgeschwellte Brust durch die Parlamentsflure huschte. Obwohl wetten, also spekulieren, das tun gute Deutsche ja nicht, das tun immer nur die anderen. Jedenfalls konnte Berlin anhand der Börsen-, Medien- und Bankenreaktionen direkt mitverfolgen, welche Wellen ihr Verbot gegen notorische Schwarzmalerei an den Märkten schlug.

Eigentlich dürfte man das von Berlin hastig beschlossene Verbot ungedeckter Leerverkäufe und ungedeckter CDS gar nicht ernst nehmen, noch nicht einmal ignorieren. Es ist so offensichtlich das Resultat eines politischen Kuhhandels, ein Beruhigungskeks für die parlamentarische Galerie, dass man sich über Sinn und Unsinn gar nicht den Kopf zerbrechen müsste. Schließlich wird etwas verboten, was es hierzulande ohnehin so gut wie gar nicht gibt.

[weiter auf ftd.de]

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