Romano Alquati – immer noch aktuell!

Mai 14, 2010

Frisch von wildcat-www.de:

Vor etwas über einem Monat, am 5. April 2010, starb in Turin Romano Alquati. Andere waren schnell genug und haben im Web das Ihre dazu gesagt – siehe z.B. Für Romano Alquati.

Die Untersuchungsphase von Beginn der 60er Jahre bis zum Heißen Herbst 1969 war keine »Vor-Phase« des Operaismus. Alle ernsthaften Beschäftigungen mit der Geschichte der Klassenkämpfe in Italien zeigen: Es war eine einzigartige Etappe in der Geschichte der Klassenkämpfe überhaupt! Eine der ganz wenigen Beispiele, wo sich Externe und Interne, Studis und Arbeiter auf produktive Weise zusammengetan und voneinander gelernt haben. Und Romano Alquati war eine der ganz wichtigen Inspiratoren in dieser Phase.

Wir veröffentlichen im Folgenden einen kurzen Nachruf von Sergio Bologna und einen unserer Ansicht nach sehr wichtigen Text von Romano Alquati selber. Wir hatten ihn Mitte der 80er Jahre ins Deutsche übersetzt und in TheKla 6 veröffentlicht, er war aber bisher im Web nicht verfügbar. Es handelt sich um ein Referat von 1967, in der er den Zusammenhang zwischen weltweiter Kapitalverwertung und der Entstehung einer globalen Arbeiterklasse zu skizzieren versucht. Dabei positioniert er die Klassenkämpfe in Italien am entwickelsten Punkt in Turin als einen »Mittelpunkt« zwischen hochqualifizierten und tertiarisierten Arbeiten einerseits und den Zulieferketten im globalen Süden andererseits. Auch wenn er es im Jargon der 60er Jahre und in seiner kryptischen Sprache tut – als wir den Text fast 20 Jahre später entdeckten, hat es uns umgehauen, wie aktuell er noch immer war – und wie antizipierend er in den 60er Jahren gewesen sein musste!

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