Von New Orleans über L’Aquila und Haiti nach Chile, China und Island und wieder zurück nach New Orleans

Mai 3, 2010

„… es stürzen nicht die Häuser der KapitalistInnen ein, es sind nicht die reichen Familien diejenigen, die ohne primäre Hilfeleistungen leiden, es sind nicht die Herrschenden diejenigen, die in der Stadt von den Verkehrsmitteln isoliert werden! Deswegen sind wir überzeugt, dass die Urbanisierung und die Wirtschaft schuld daran sind. Kapitalismus ist die Katastrophe, Kapitalismus ist die Barbarei!

Naturkatastrophen sind Sozialkatastrophen!“

Das ist ein kleiner Auszug aus einem Text, den wir im neuen Grauzone Info abdrucken, das im Juni erscheinen wird. Der Text wird gerade mit Bezug auf die gesunkene Ölplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko erweitert. Ein Artikel auf FTD online gibt einen Überblick über die jüngste Entwicklung der kapitalistischen Zerstörung: Täglich fließen 800.000 Liter Rohöl in 1500 Meter Tiefe aus. 9.000 Quadratkilometer sind bereits verschmutzt, die ProletarierInnen an der Küste verlieren ihre (Über-)Lebensgrundlage. Krise (des Erdöls und der Reproduktion der ArbeiterInnen) und Umweltzerstörung kommen zusammen und werden offensichtlich.

BPs große Katastrophe

Wie kein anderer Ölkonzern hat BP seinen Ruf als grünes Unternehmen vorangetrieben. Auch wenn die Verantwortung für die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko noch unklar ist – für BP ist das Unglück ein Imagedesaster.

n den Urlaubsorten Gulfport und Biloxi im Bundesstaat Mississippi feiern die Urlauber am Wochenende die letzten unverseuchten Tage am Strand. In den Shrimp- und Austern-Restaurants ist kein Tisch mehr zu bekommen. „Die Gäste essen, solange es noch was gibt“, heißt es. Hotels und Pensionen entlang der Küste verlangen doppelte Preise – und sind vollständig ausgebucht. Viele wollen zum Jazz-Festival in New Orleans, dem größten Musikfest des Jahres, Medienvertreter, Katastrophenhelfer und Soldaten füllen die übrigen Kapazitäten. Die Küste macht noch einmal ein richtig dickes Geschäft – bevor alles zusammenbricht.

Und davon gehen hier derzeit alle aus. Noch halten die Menschen an den Küsten des Golfs von Mexiko vergeblich Ausschau nach dem Öl – doch die Fischer in Venice, am südlichsten Punkt von Louisiana, können es bereits riechen. Seit vergangenem Freitag liegt der Geruch in der Luft. Nun frisst sich das Öl Meter für Meter durch die Sümpfe und Salzmarsche vor dem Festland. Hier leben Meeresschildkröten, Seekühe, Delfine, unzählige Vogelarten. Diese Pflanzen- und Tierwelt wird sterben. Vielleicht schon am Montag, vielleicht in einer Woche.

weiter lesen auf ftd.de!

Advertisements
%d Bloggern gefällt das: