Der Ejafjalla-Beitrag vom 1. Mai

Mai 3, 2010

Ein Genosse hat auf der 1. Mai Kundgebung Bezug zum jüngsten Vulkanausbruch auf Island genommen … seinen Beitrag hat er uns zum Nachlesen geschickt:

Ejafjalla ich danke dir. Aufgrund deiner kürzlichen Aktivität habe ich neue Hoffnung geschöpft, bezüglich der Selbstreinigung des Planeten und der Möglichkeit den Kapitalismus massiv zu beschädigen, ohne dabei Gewalt gegen Menschen zu richten! Durch den Ausstoß deiner Aschewolke hast du nahezu den gesamten Luftraum eines Kontinents geleert, die Fragilität des Systems aufgezeigt und die Arroganz der Menschheit bezüglich gemutmaßter, allumfassender Kontrolle eindrucksvoll vor Augen geführt. Du hast dir damit auf ewig einen Platz in meinem Herzen erobert!

Sorge jetzt aber bitte für weitere Verluste in Milliardenhöhe, indem du deine umliegenden Kollegen dazu animierst, das von dir vorgeführte Spektakel zu wiederholen, damit der Flugbetrieb monatelang zum Erliegen kommt. Den Menschen muss permanent vor Augen geführt werden, was für niederes Gewürm sie doch sind, welches doch tatsächlich glaubt, sämtliche Lebensaspekte kontrollieren, steuern und absichern zu können.

„Es rette uns kein höher’s Wesen, kein Gott, kein Kaiser, noch Tribun; uns aus dem Elend zu erlösen, können wir nur selber tun!“ Dieser Satz ist zwar aus dem sozialistischen Motivationslied „Die Internationale“, aber er stimmt trotzdem. Wenn uns dann aber eine Naturgewalt beim Aufbrechen der verkrusteten Verhältnisse behilflich ist und uns eventuell Ideen zu neuen Methoden, das System umzustürzen, beschert, ist Dankbarkeit für diesen Vulkanausbruch, meiner Meinung nach, kein Fehler. Das Ganze sollte dann aber auf keinen Fall ins Esoterisch-Religiöse abdriften, mit Naturgewaltbeschwörungszeremonien oder so. Dieses Naturereignis sollte vielmehr von solchen Menschen, die versuchen den kapitalistischen Status Quo anzugreifen und eine herrschaftsfreie Gesellschaftsordnung anstreben nur als Inspirationsquelle für neue Aktionsformen gesehen werden.

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