Dresden: Aufmarsch der Geschichtsfälscher

Februar 12, 2010

6000 Rechtsextreme, 4000 Polizisten, viele Gegendemonstranten – Dresden steht ein heißes Wochenende bevor. Zum 65. Jahrestag der Bombardierung wollen Neonazis mit einem riesigen Marsch Propaganda machen. Der Stadt drohen Ausschreitungen und Gewalt zwischen links und rechts.

Dresden – Dresden gleicht einer Festung. 4000 Polizisten sind im Einsatz. Polizei und Stadtverwaltung wappnen sich für massive Ausschreitungen. Zum 65. Mal gedenkt die Stadt an diesem Wochenende ihrer Bombardierung durch die Alliierten in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 – und wieder werden Rechtsextremisten aus ganz Europa aufmarschieren, um den Trauertag für ihre Propaganda zu nutzen. Gegendemonstranten wollen das nicht dulden.

Im vergangenen Jahr war es am Rande der Kundgebung zu zahlreichen Zwischenfällen gekommen. Eine Horde Neonazis überfiel eine Gruppe Gewerkschafter an einer Raststätte, andere Rechtsextreme zogen pöbelnd durch den Hauptbahnhof. Wie 2009 machen diesmal überwiegend linke Demonstranten gegen die Rechtsextremisten mobil – verschiedene Initiativen haben bundesweit zu Gegenveranstaltungen aufgerufen, aber auch Dresdens Bürgermeisterin Helma Orosz will sich beteiligen. Die CDU-Politikerin ruft auf, eine Menschenkette zu bilden.

Die Behörden erwarten rund 6000 Rechtsextreme zu dem Marsch. Veranstalter Kai Pfürstinger, Landesvorsitzender der Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland (JLO), sieht sich nicht in der Verantwortung für Gewalt, die von Teilnehmern ausgehen könnte. Im Gegenteil. Statt die Vorfälle aus dem vergangenen Jahr zu kommentieren, liefert er eine Verschwörungstheorie. „Es ist ja bekannt, dass von außen versucht wird, Provokateure in unsere Reihen einzuschleusen, damit sie von dort aus für Unruhe sorgen“, sagt er. Schuld sind immer die anderen.

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