Über 1900 Festnahmen während des Klimagipfels

Dezember 23, 2009

Kurz einige Neuigkeiten und Bestandsaufnahmen über die Festnahmen während des Klimagipfels in Kopenhagen.

Wie heute in der Online-Ausgabe politiken.dk der dänischen liberalen Zeitung Politiken zu lesen war, sind die Kopenhagener Bullen dabei, eine Bestandsaufnahme der Festnahmen während des Klimagipfels anzulegen. Insgesamt kam mensch bisher auf eine Zahl von 1915 Festnahmen, davon der Großteil administrativ, d. h. ohne begründeten Verdacht, sondern aus reiner Schikane und Willkür.

Weiterhin bekamen fast alle Festgenommenen, nämlich 1898 Menschen, eine Geschmacksprobe des sogenannten „Klimagefängnis“ in Valby, einem Vorort von Kopenhagen, welches aus Käfigen in einer Mehrzweckhalle bestand und an Guantanamo-ähnliche Zustände erinnerte. Aufgrund der unglaublich hohen Anzahl von Festnahmen und der internationalen Kritik daran, meldet sich nun auch der dänische Bürgerbeauftragte mit einem öffentlichen Brief an die Kopenhagener Polizei zu Wort. Unter anderem werden die Zustände während der Verhaftungen, wie Stundenlanges-auf-eiskaltem-Boden-Sitzen, Verweigern des Toilettenganges, Verweigern des Arztbesuches und anderes, angesprochen.

Der kurz vorher abgeschlossene und international heftig umstrittende „Lümmelparagraph“ wurde hingegen angeblich nur einmal verwendet – und wen überrascht’s – natürlich auf der Großdemo am 12. Dezember, auf der gleich 913 Leute in mehreren Polizeikesseln gefangen wurden. Was die Gefangenen angeht: die PressesprecherInnen der CJA „Reclaim Power“ Aktion und Gefangene aus Deutschland sind heute nachmittag überraschend freigelassen worden. Es sitzen allerdings immer noch mehrere Gefangene in Kopenhagen in U-haft, die auf ihre Verfahren im Januar warten.

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