Archive for 23. Dezember 2009

FIAT: wieder Streiks und Proteste in Pomigliano d’Arco und Termini Imerese

Dezember 23, 2009

Wie wir schon am 18. November berichtet haben, wird der Konzern seine Fabrik von Termini Imerese nach Polen verlegen. Gestern fand das Treffen zwischen dem FIAT-Delegierten Marchionne und der Regierung statt. In dem Gespräch wurde bestätigt, dass die Fabrik Anfang 2011 zusperren wird. Als Reaktion haben gestern 450 ArbeiterInnen die Gleise vom Bahnhof Termini in Rom blockiert, während sie auf den Spezialzug nach Sizilien gewartet haben. Der Zug ist heute morgen in Termini Imerese angekommen. Für einige Minuten wurden die Gleise in Messina besetzt. Währendessen hat die Gewerkschaft einen achtstündigen Streik für heute angesagt.

Proteste gibt es auch in Pomigliano d’Arco, wo sich 20 ArbeiterInnen am Rathaus angekettet haben. News auf italienisch [1] [2]

Zugenommen hat auch die Zustimmung der Bevölkerung gegenüber den ArbeiterInnen-Protesten. Laut der letzten Analyse von Demos-Coop denken 38 Prozent der ItalienerInnen, dass die Krise noch mehr als zwei Jahre dauern wird. Da immer mehr Familien an Armut leiden, steigt die Solidarität für diejenigen, die den Arbeitsplatz verlieren. 80 Prozent unterstützen die ArbeiterInnen, die vor den eigenen Arbeitsstellen protestieren und 65 Prozent diejenigen, die mit der CGIL (Gewerkschaft) in der Stadt demonstrieren. Weiters sind zwei Drittel der Interviewten für die Besetzung der Fabriken und 25 Prozent sind mit der „Entführung“ von Managern einverstanden!

Die Studie zeigt auch, wie in der Weihnachtszeit andere Kämpfe gegen soziale Probleme zunehmen: die Proteste und Besetzungen der ForscherInnen und der StudentInnen gegen die neue Bildungsreform gehen weiter!

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Videos zur den willkürlichen Verhaftungen in Kopenhagen!

Dezember 23, 2009

Über 1900 Festnahmen während des Klimagipfels

Dezember 23, 2009

Kurz einige Neuigkeiten und Bestandsaufnahmen über die Festnahmen während des Klimagipfels in Kopenhagen.

Wie heute in der Online-Ausgabe politiken.dk der dänischen liberalen Zeitung Politiken zu lesen war, sind die Kopenhagener Bullen dabei, eine Bestandsaufnahme der Festnahmen während des Klimagipfels anzulegen. Insgesamt kam mensch bisher auf eine Zahl von 1915 Festnahmen, davon der Großteil administrativ, d. h. ohne begründeten Verdacht, sondern aus reiner Schikane und Willkür.

Weiterhin bekamen fast alle Festgenommenen, nämlich 1898 Menschen, eine Geschmacksprobe des sogenannten „Klimagefängnis“ in Valby, einem Vorort von Kopenhagen, welches aus Käfigen in einer Mehrzweckhalle bestand und an Guantanamo-ähnliche Zustände erinnerte. Aufgrund der unglaublich hohen Anzahl von Festnahmen und der internationalen Kritik daran, meldet sich nun auch der dänische Bürgerbeauftragte mit einem öffentlichen Brief an die Kopenhagener Polizei zu Wort. Unter anderem werden die Zustände während der Verhaftungen, wie Stundenlanges-auf-eiskaltem-Boden-Sitzen, Verweigern des Toilettenganges, Verweigern des Arztbesuches und anderes, angesprochen.

Der kurz vorher abgeschlossene und international heftig umstrittende „Lümmelparagraph“ wurde hingegen angeblich nur einmal verwendet – und wen überrascht’s – natürlich auf der Großdemo am 12. Dezember, auf der gleich 913 Leute in mehreren Polizeikesseln gefangen wurden. Was die Gefangenen angeht: die PressesprecherInnen der CJA „Reclaim Power“ Aktion und Gefangene aus Deutschland sind heute nachmittag überraschend freigelassen worden. Es sitzen allerdings immer noch mehrere Gefangene in Kopenhagen in U-haft, die auf ihre Verfahren im Januar warten.