Zum Angriff auf Berlusconi in Mailand

Dezember 15, 2009

Am Sonntag Abend wurde Italiens Premier Minister Silvio Berlusconi nach seiner Rede in Mailand von einem Mann angegriffen. Auf Indymedia befindet sich ein Artikel über den Angriff auf dem „Cavaliere“ und eine Stellungsnahme der „Contropiano-Redaktion„, dem Magazin, das aus der Autonomia Operaia-Bewegung von 1977/78 hervorgegangenen Rete dei Comunisti (Netzwerk der Kommunisten) entstand.

Italiens bürgerliche Presse kennt an diesem Montag, den 14.Dezember 2009, innenpolitisch nur ein Thema: den Angriff auf ihren Regierungschef. Kurz nach Abschluss einer Wahlveranstaltung seiner Rechtspartei Popolo della Libertà („Volk der Freiheit“ – PdL) warf am Sonntagnachmittag der unmittelbar danach festgenommene 42jährige, politisch unorganisierte Massimo Tartaglia ein recht massives Souvenir des Mailänder Doms auf den Cavaliere, als dieser auf dem Weg zu seiner Limousine noch schnell ein Paar Hände schüttelte und Anhängern Autogramme gab. Das bekannte überhebliche Siegergrinsen verschwand jedoch abrupt, denn Tartaglia landete buchstäblich einen Volltreffer.

Die Diagnose lautet auf Nasenbeinbruch, Verlust von zwei Zähnen des Oberkiefers, starke Kopfschmerzen und mehrere tiefe Risswunden im Gesicht, die wahrscheinlich auch eine Folge des aus Imagegründen erfolgten Liftings sind. Laut seinem Leibarzt Alberto Zangrillo soll der Medienmagnat, der vor den Kameras gern als Napoleon oder Revolverheld posiert, gar „einen halben Liter Blut verloren“ haben. Das dürfte maßlos übertrieben sein, dennoch muss Berlusconi mindestens noch bis Mittwochmorgen im Krankenhaus San Raffele bleiben, wo er die Konsultationen diverser Spitzenpolitiker (inklusive des Chefs der mitte-linken Demokratischen Partei Pierluigi Bersani) empfängt. Die Öffentlichkeit versucht Berlusconi derweil mit den Worten einzulullen: „Ich will allen nur Gutes, ich will allen nur Gutes. Ich verstehe nicht, warum sie mich so hassen.“ Gleichzeitig droht das „arme Opfer“ allerdings: „Ich mache weiter!“

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