Banken, Geld, Studis

November 12, 2009

Auf diepresse.com schreibt Christian Höller von drei Banken, die die globale Krise nicht überleben. Insgesamt half der Staat Österreich den sieben „überregionalen Großbanken“ mit 6,6 Mrd. Euro aus. Das sind 2,34 Prozent vom BIP 2008. Zum Vergleich: 1,3 Prozent vom BIP werden für „Bildung“ ausgegeben. Die Studis fordern 2 Prozent – und das steht auch schon im Regierungsprogramm (bis 2020 soll das erreicht werden, siehe Artikel auf diepresse.com)! Eine „realistischere“ Forderung der StudentInnen wäre also 5 Prozent vom BIP für „Bildung“.

Zwei Überlegungen dazu:

1. Die Menge an investiertem Geld in Bildung sagt nichts über die Qualität derselben aus!

2. Geld ist die besondere Ware im Kapitalverhältnis, die alles vergleichbar machen soll. Weil den ArbeiterInnen die Waren, die sie herstellen, nicht gehören (sondern den KapitalistInnen), braucht es ein allgemeines Äquivalent, das es möglich macht, arbeitende Menschen auszubeuten. Ganz leicht kann man das so erklären: Wenn der Autoarbeiter ein ganzes Auto herstellt, dann kann er nicht das ganze bekommen – sonst bleibt für den Chef nix! Es braucht eine andere Ware – das Geld – um ihn unter dem Wert des Autos zu entlohnen.

Geld ist nicht neutral, sondern vor allem ein politisches Druckmittel (siehe Aufsatz von Werner Bonefeld von ´95, aktueller in der Beilage der Wildcat 83 und im neuen Buch von Karl-Heinz Roth und Marcel van der Linden – Über Marx hinaus, der Beitrag von Steve Wright: Revolution von oben? Geld und Klassenzusammensetzung im italienischen Operaismus)! Es dient zur Spaltung, Repression, Herrschaft und der Integration von Widerstand. Angenommen die Regierung rückt die von den Grünen geforderten 200 Mio. Soforthilfe für „Bildung“ raus. Gehen wir dann aus den Unis raus und beenden die Besetzungen?

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