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Der Streik bei Ssangyong Motors in Südkorea endet mit einer Niederlage und heftiger Repression

August 24, 2009

von Loren Goldner

Am 5. August ging nach 77 Tagen der Streik mit Werksbesetzung bei der Ssangyong Motor Company in Pyeongtaek, Südkorea, zuende. Ssangyongs Konkursverwalter Park Young-tae und der örtliche Gewerkschaftsvorsitzende Han Sang-kyun hatten eine Übereinkunft unterzeichnet. Diese bedeutete für die 976 ArbeiterInnen, die die kleine Autofabrik am 22. Mai besetzt und sie gegen wiederholte, quasi-militärische Angriffe gehalten hatten, so viel wie eine vollständige Niederlage. Und schlimmer noch, denn nach der Kapitulation gab es Verhaftungen und Vernehmungen Dutzender Streikender durch die Polizei, denen möglicherweise noch Strafanzeigen folgen sowie eine Klage gegen die Koreanische Metallarbeitergewerkschaft über mehr als 30 Millionen Euro und wahrscheinlich weitere Verfahren gegen einzelne Streikende wegen Schäden, die während des Streiks entstanden waren. Für die äußerst rechte südkoreanische Regierung Lee Myung-bak ist das der jüngste und dramatischste Sieg nach dem Motto «Wir machen keine Gefangenen« in den letzten eineinhalb Jahren über Proteste aus dem Volk. Mit diesen Maßnahmen gibt sie zu verstehen, dass sie in Zukunft jeglichen Widerstand gegen ihre unverfrorene Herrschaft im Interesse des Großkapitals plattwalzen will.

Der Streik bei Ssangyong Motors wies in mancherlei Hinsicht dieselben Dynamiken auf, die wir jüngst beim Kampf um Visteon in GB gesehen haben und in Schlachten um die Umstrukturierung der Autoindustrie weltweit. Andererseits nahm er die Ausmaße einer regelrechten Fabrikbesetzung an, einschließlich gewaltsamer Verteidigung des Werks gegen Polizei, Schlägertrupps und Streikbrecher, und war somit in Südkorea der erste Kampf dieser Art seit Jahren. Diese Niederlage − sie ist nur eine aus einer ganzen Reihe von Niederlagen über die Jahre − verheißt für zukünftigen Widerstand nichts Gutes.

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