“ … dann sollte ich zu 1000 bewaffneten Arbeitern sprechen!“

Juli 12, 2009

Frisch auf der Wildcat Website:

Loren Goldner schickte uns einen Bericht über ein besetztes Motorenwerk in Südkorea. Die Arbeiter hatten ihn eingeladen auf ihrer Versammlung zu sprechen: »das war ein bisschen absurd, denn ich hatte erst wenige Stunden vorher überhaupt was von dem Streik mitbekommen und dann sollte ich zu 1000 bewaffneten Arbeitern sprechen! Am Anfang habe ich ’guten Abend‘ auf koreanisch gesagt, und es gab stürmischer Beifall – als ich schlussendlich auf koreanisch mit ’Es lebe die internationale Arbeiterrevolution!‘ endete gab es vielmehr ein eigenartiges Schweigen … Im Augenblick wollen die meisten nur ihre Jobs retten, nicht den Himmel stürmen.

Aber was mich am meisten beunruhigte, sie fühlten sich verpflichtet mein ’MIT-Diplom‘ zu erwähnen. In Südkorea verbeugen sich fast alle vor solchem ’kulturellen Kapital‘, in den USA hätten mich ähnliche Leute ausgelacht. ’Verbeugen‘ natürlich im reaktionären konfuzianistischen Sinn – auch in den Massenversammlungen reden sich alle mit ’Sie« und ’Ihr« an!«

Der Streik in Pyongtaek, Südkorea, geht weiter

Der Streik bei Ssangyong Motors in Pyongtaek, Südkorea, der gerade seine vierte Woche vollendet, während ich dies schreibe, befindet sich in einer Pattsituation. In mancherlei Hinsicht weist er dieselben Dynamiken auf, die wir jüngst beim Kampf um Visteon in GB gesehen haben und in Schlachten um die Umstrukturierung der Autoindustrie weltweit. Andererseits nimmt er die Ausmaße einer regelrechten Fabrikbesetzung an, mit Vorbereitung auf eine gewaltsame Verteidigung des Werks, falls dies notwendig werden sollte. Und somit ist es in Südkorea der erste Kampf dieser Art seit Jahren.

weiter auf www.wildcat-www.de!

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