INFOBEISL
Ausbeutung und Widerstand in Guatemala
Vortrag mit anschließender Diskussion
Samstag, 21.11.2009 @ SOWIMAX (Innsbruck)
(Die Vortragenden haben ihren Zug in Zürich verpasst und kommen deshalb verspätet an – aus diesem Grund wurde das Infobeisl auf morgen, Sa. 21.11. 14 Uhr verlegt!)
Nach dem 36 Jahre andauernden Bürgerkrieg kann man in Guatemala immer noch nicht von Frieden sprechen. Seit der Unterzeichnung der Friedensverträge 1996 leidet vor allem die indigene Bevölkerung unter ungleichen Einkommens- und Besitzverhältnissen, weitläufig verbreiteter Armut, einer prekären Ernährungslage und zahlreichen Umweltproblemen – von der Waldzerstörung bis zur großflächigen Bodenerosion.
Durch die globalen kapitalistischen Verhältnisse wird die Landbevölkerung enteignet, auf die Plantagen getrieben und das Land seiner reichlich vorhandenen Rohstoffe beraubt. Diese sind z.B. Erdöl, Wasser, Mais, Zuckerrohr, Holz usw. Durch den Abbau der Rohstoffe werden wichtige Lebensgrundlagen für die Landbevölkerung zerstört. Wasservergiftung und Austrocknung der umliegenden Flüsse ist die Folge davon. Durch Megaprojekte wie Wasserkraftwerke, Flug- und Schiffshafenbau werden wichtige Anbauflächen der Bevölkerung zerstört.
Im täglichen Kampf für Gerechtigkeit und „Menschenrechte“ müssen sich viele AktivistInnen der Widerstandsbewegung einer großen Gefahr aussetzen. Der friedliche Protest der ArbeiterInnen wird kriminalisiert und von Seiten der Großkonzerne zerschlagen. Um eine Verbesserung der Lage im Land zu erzielen ist es von enormer Wichtigkeit, dem Widerstand der indigenen Bevölkerung auch international Unterstützung zu bieten.
Die Vortragenden sind:
Miguel Fernando Solís Ramírez
Koordinator der Initiative „El Observador“, einer alternativen Analysezeitschrift zu aktuellen politischen, sozialen und wirtschaftlichen Themen in Guatemala. Ausserdem Wirtschaftswissenschaftler der Universität San Carlos, Guatemala.
Javier de León López
Menschenrechtsaktivist und Koordinator der „Asociación por el Desarollo Integral de San Miguel (ADISMI), die vor allem für die Verteidigung der Rechte der indigenen Bevölkerung eintritt.