DOKUMENTATION DER „VORFÄLLE“ BEIM HOLGER BURNER KONZERT
Stellungnahme der VeranstalterInnen Faulzahn zur Absage des Konzerts am 2.5.09 in der p.m.k
April 30, 2009
Wir sagen das Konzert von PUNCHLINE, STRAIGHT HATE und LIFE AS WAR am Samstag, den 2. Mai 09 in der p.m.k ab. Die Entscheidung fällt uns natürlich nicht leicht, aber nach genauerem Nachdenken und einigen Diskussionen kamen wir zum Schluss, dass die Absage ein sinnvoller Schritt ist.
Was ist passiert?
In der Nacht vom Samstag, 25. April auf Sonntag, 26. April veranstalteten wir ein Konzert mit Holger Burner und Riot Reiser in der p.m.k. Aber statt eines gemütlichen Abends hatten wir es die ganze Nacht mit provozierenden, prügelnden und bewaffneten Rechtsextremen zu tun.
Die Polizei war mal wieder am rechten Auge blind und hielt es nicht für nötig in diese Situation einzugreifen. Zu später Stunde wurden dafür p.m.k Besucher als Übeltäter herbeihalluziniert, eingekesselt und namentlich erfasst. Unbegründete Festnahmen wurden durchgeführt und wir bekamen durch Schlagstöcke, Pfefferspray und Drohungen ihren Hass auf uns zu spüren. Die Aggressivität der Polizei gegenüber allen Anwesenden und Beobachter/Innen sowie die sexuelle Belästigung einer Frau geben uns sehr zu denken.
Wir als Konzertveranstalter können zum aktuellen Zeitpunkt nicht für die Sicherheit unserer HelferInnen, der Bands und des p.m.k Publikums garantieren und sie vor willkürlichen Übergriffen der Polizei und geplanten Angriffen rechtsradikaler Spinner schützen.
Wir sehen diese Absage nicht als eine Niederlage! Reflexion und eine Nachdenkpause sind Ausdruck davon, wie wir damit umgehen.
Wir lassen uns nicht einschüchtern und die nächsten Konzerte stehen schon in den Startlöchern!
Faulzahn DIY Punks
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Stand der Recherche zu den Vorfällen vom 26.04.
April 30, 2009
Hiermit veröffentlichen wir den aktuellen Stand der Recherche zu den Vorfällen vom 25./26.4.2009 in den Innsbrucker Viaduktbögen.
Laut Polizei gab es am besagten Tag keine Vorfälle bzw. Angriffe mit/von Neonazis.
Tatsache ist dass bereits gegen 00.30 Uhr einige Anhänger der rechtsextremen Szene vor dem Lokal Leute angegriffen haben. Einer Person wurde das Nasenbein angebrochen. Es wurden Heil Hitler-Rufe geschrien sowie ein Fahrrad gegen die Menschenmenge geworfen; dabei wurde jedoch lediglich ein abgestelltes Auto beschädigt. Die Überwachungskamera der Polizei war die ganze Zeit über auf die Szenerie gerichtet. Ein Taxifahrer verständigte außerdem kurz nach der Beschädigung des Autos die Polizei. Die kurz danach mit einem Einsatzwagen eintraf.
Uns liegt nun die Aussage eines Veranstalters vor.
(Uhrzeit ca. 00.30) Nachdem der Verdächtige das Fahrrad gegen Leute warf und dabei eine Autoscheibe zu Bruch ging, kam zum ersten mal die Polizei vor die p.m.k. die Leute zogen sich daraufhin ziemlich schnell in die p.m.k zurück. ich blieb noch draußen und als mich die Beamten fragten was los war, sagte ich, dass soeben “ein Fascho ein Fahrrad gegen ein Auto warf und die Scheibe kaputt ging.” Das interessierte die Beamten aber überhaupt nicht. Sie bekamen einen Funkspruch, dass sich alle zurückgezogen haben und die Leute wieder in der p.m.k waren, darauf fuhren sie wieder davon…
Die Person die verhaftet wurde und der nun schwere Körperverletzung und Widerstand gegen die Staatsgewalt droht ist unschuldig. Wir sind im Besitz einer Videoaufzeichung in der die gesamte Verhaftung festgehalten ist.
Darüber hinaus wurde auch ein Mitglied der an diesem Abend auftretenden Band, ein deutscher Staatsbürger, verhaftet. Er gibt an während seiner Festnahme einen Arzt verlangt zu haben. Dies wurde ihm ebenso verweigert wie die Möglichkeit die Deutsche Botschaft von seiner Verhaftung in Kenntnis zu setzen. Außerdem wurde er auf Grund seines Hochdeutschen Dialekts diskriminiert.
Bezüglich der sexuellen Belästigung einer Frau die sich beschwert hatte wurde mittlerweile die Volksanwaltschaft informiert.
Es konnten außerdem einige Verdächtige identifiziert werden. Darunter auch ein stadtbekannter Rechtsextremer der bereits im Dezember 2008 wegen gefährlicher Drohung vom OLG Innsbruck verurteilt wurde. Damals hatte er Besucher/Innen der p.m.k mit “dem abstechen” bedroht.
Es liegt uns umfangreiches Videomaterial zur Verfügung auf welchem weite Teile der Amtshandlung und der Übertretungen deutlich zu sehen sind. Unter Anderem der brutale Schlagknüppel-Einsatz eines Polizisten gegen eine junge Frau, die sich beschwert hatte. Wir sind bereit dieses Video zu veröffentlichen!
Die Rechtshilfe Innsbruck vermutet, dass dies eine Einschüchterungsmaßnahme wegen der bevorstehenden Anti-Kommers Aktivitäten ist!
Wir wehren uns vehement gegen diesen Kriminalisierungsversuch durch die Polizei!
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Gewalteskalation in den Bögen – was ist wirklich passiert?
April 26, 2009
In der Nacht von 25. auf 26. April wurde die PMK wieder mal zur Zielscheibe rechtsradikaler Angriffe und Provokationen.
Da wir bei unseren Veranstaltungen Rassismus, Sexismus und generell Diskriminierung nicht tolerieren, werden wir immer wieder zum Angriffspunkt rechts-orientierter Gewalt.
Gestern versuchten einige bekannte rechte Schläger in das Innsbrucker Veranstaltungszentrum PMK einzudringen und provozierten die Anwesenden durch gezielte Angriffe und Pöbeleien. Dafür hatten sie sich auch mit Stöcken und Schlägern bewaffnet.
Wir versuchten die Situation unter Kontrolle zu halten und zu verhindern dass sie uns mit ihrer Gewalt einschüchtern.
Die Polizei sah es nicht für nötig in dieser Situation einzugreifen, war aber – nachdem die rechten Schläger zurück gedrängt wurden – sofort zur Stelle um die Daten der Konzertbesucher/Innen aufzunehmen und willkürlich mehrere Festnahmen zu tätigen. Sowohl Fragen nach Dienstnummer sowie filmisches Festhalten der Situation wurden von der Polizei nur als Provokation behandelt. Erschreckend war die enorme Gewalttätigkeit der Polizei – nicht nur bei Festnahmen.
Die willkürliche Aggressivität der Polizei gegenüber allen Anwesenden und Beobachter/Innen sowie die sexuelle Belästigung einer Frau, die sich beschwert hatte, geben uns sehr zu denken.
Wir veröffentlichen diese Presseaussendung, um zu verhindern, dass durch einseitige Informationen, in den Medien Zivilcourage und Eingreifen gegen Fremdenfeindlichkeit als „linke Gewalt“ abgetan und diffamiert werden.
„Wir sind der Meinung, dass rechten Provokationen entschlossen entgegen getreten werden muss. Heute Nacht haben wir wieder mal gesehen, dass der Staat auf dem rechten Auge blind ist.
Dies wird sicher nicht die letzte Provokation der Nazis gewesen sein und nicht der letzte Kriminalisierungsversuch der Polizei gegen uns.“
Wir versuchen in den nächsten Tagen auch auf unserer Website die Übergriffe und den Verlauf des Abends zu dokumentieren.
Keine öffentlichen Räume für Nazis!
Faschismus ist keine Meinung sondern ein Verbrechen!!
Diese Stellungnahme wird unterstützt von:
Grauzone Innsbruck
Autonome Antifa Innsbruck